Veranstalter















Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kongressteilnehmerinnen und Kongressteilnehmer,

Die Auswirkungen von Horrorfilmen und aggressiven Computerspielen auf Heranwachsende werden seit Jahren kontrovers diskutiert. Nun haben deutsche Erziehungswissenschaftler und Psychologen eine neue Langzeitstudie vorgelegt - mit einem eindeutigen, aber besorgniserregenden Resümee: "Je mehr Gewaltspiele zu Beginn des Jugendalters gespielt werden, desto größer ist die Schülergewalt und die Straffälligkeit der Jugendlichen mit 14 Jahren." Mit ihrer aktuellen Studie, die über einen Zeitraum von zwei Jahren die Auswirkungen des Konsums von Gewaltmedien auf Kinder und Jugendliche untersucht, weisen die drei Wissenschaftler Dr. Werner Hopf (München), Prof. Dr. Günter Huber (Univ. Tübingen) und Dr. Rudolf Weiß (Stuttgart) nach, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen virtueller Gewalt in Computerspielen und realer jugendlicher Gewaltbereitschaft besteht.

Auf dem international besetzten Kongress "Computerspiele und Gewalt", der gemeinsam von der Hochschule München und der Ludwig-Maximilians-Universität veranstaltet wird, wird die genannte Studie gemeinsam mit drei weiteren, von unabhängigen Forschungsinstituten aus Deutschland und den USA durchgeführten Längsschnittstudien vorgestellt und diskutiert. Dabei werden sowohl unterschiedliche Aspekte des Konsums gewalthaltiger Computerspiele beleuchtet als auch deren pädagogische und gesellschaftsrelevante Konsequenzen.

Prof. Dr. Helmut Lukesch (Univ. Regensburg) gibt zunächst einen grundlegenden Überblick über Methoden der Wirkungsforschung, die zum Verständnis der Nachweisbarkeit von Mediengewalt-Effekten notwendig sind. Prof. Dr. Douglas A. Gentile (Iowa State University) wird den Forschungsstand in den USA sowie seine eigene Längsschnittstudie darstellen. In Deutschland belegen die aktuellen Langzeitstudien von Dr. Ingrid Möller (Univ. Potsdam), Dr. Werner H. Hopf (Schulberatung Oberbayern-Ost) und Dr. Thomas Mößle (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Hannover) die oben genannten Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen. Dr. Mößle und sein Team konnten darüber hinaus deutliche Verringerungen der schulischen Leistungen bei jugendlichen Vielspielern nachweisen. Im Hinblick auf praktische und politische Konsequenzen wird Dr. Rainer Fromm (Wiesbaden) die Verbindung zwischen Computergewaltspielen, Industrie und Militär aufzeigen. Eine Analyse der Reaktionen von Spielern auf öffentliche Kritik hat sich Prof. Dr. Günter L. Huber (Univ. Tübingen) zum Thema gemacht. Auch das Gutachten des Bredow-Instituts für die Bundesregierung zum Jugendmedienschutz in Deutschland steht zur Diskussion (Dr. Rudolf H. Weiß, Stuttgart). Am Ende des Kongresses wird Prof. Dr. Lukesch die zentralen Ergebnisse zusammentragen.

Die Veranstalter wünschen allen Kongressteilnehmerinnen und Kongressteilnehmern eine anregende und informative Veranstaltung!

Prof. Dr. Andreas de Bruin
Hochschule München, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Dr. Maya Kandler
LMU, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung