Dr. W. H. Hopf, Schulberatung Obb.-Ost


Vortrag:

Media Violence and Youth Violence - A Two-Year Longitudinal Study

















Kontakt:

Dr. Werner Hopf

www.mediengewalt.eu

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Abstract Vortrag - PDF Präsentation folgt

Im Unterschied zu Querschnitts- und experimentellen Untersuchungen wurden in der Medienwirkungsforschung relativ selten Längsschnittstudien durchgeführt. Das liegt an den spezifischen Schwierigkeiten der Durchführung, den Kosten und der zeitlichen Länge. Längsschnittstudien ermöglichen, Richtung und Kausalität von Wirkungen zu belegen. Die vorliegende Langzeituntersuchung ist die erste nationale und internationale Studie über einen Zeitraum von zwei Jahren, die zum einen die Effekte von Computergewaltspielen hinsichtlich Delinquenz belegt, und zum anderen einen Vergleich der Wirkungen von drei Medientypen (TV-Gewaltsendungen, Horror-Gewalt-Filme und Computergewaltspiele) ermöglicht. Zusätzlich zur Häufigkeit des Konsums von Mediengewalt wurden acht weitere Risikofaktoren in die Studie einbezogen und mittels Pfadanalysen auf ihre Wirkungen im Kontext der Medieneffekte untersucht. Von besonderer Bedeutung sind die Ergebnisse, dass

(1) das Spielen von Computergewaltspielen der stärkste Risikofaktor für Gewaltkriminalität ist, und dass
(2) sowohl mediale wie reale Erfahrungen von aggressiven Emotionen wie Hass und Wut, verbunden mit dem Rachemotiv, direkt auf Schülergewalt und Gewaltkriminalität wirken.

Bei der Erstbefragung waren die Schüler 12 Jahre, bei der Nachuntersuchung 14 Jahre alt. Wie können die Wirkungen von Mediengewalt auf Kinder und Jugendliche reduziert oder verhindert werden? Bis heute leugnen Politiker, Medienlobbyisten, Journalisten, angepasste "Wissenschaftler" und sogar Jugendschützer die Wirkungen von Computergewaltspielen. Insbesondere propagieren sie, dass Eltern und Lehrkräfte "Medienkompetenz" vermitteln sollen. Damit wird versucht, vom Verursacherprinzip abzulenken, um die Verantwortung auf Eltern und Lehrkräfte abzuschieben und den Profit durch Gewaltspiele weiter zu ermöglichen, obwohl deren Verbot - nach einer Allensbach-Umfrage - 65 % der Deutschen fordern.

Literatur (Auswahl):
Hopf, W. H., Huber, G. L. & Weiß, R. H. (2008): Media Violence and Youth Violence - a 2-Year Longitudinal Study. Journal of Media Psychology, Volume 20, Number 3 / 2008, p. 79-96.
Hopf, W. H. (2004). Mediengewalt, Lebenswelt und Persönlichkeit - eine Problemgruppenanalyse bei Jugendlichen. Zeitschrift f. Medienpsychologie, Nr. 3, S. 99-115.
Hopf, W. H. (2005). Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. In: R. Hänsel & R. Hänsel (Hrsg.), Da spiel ich nicht mit! Auswirkungen von "Unterhaltungsgewalt" in Fernsehen, Video- und Computerspielen - und was man dagegen tun kann. Eine Handreichung für Lehrer und Eltern (S. 11-21). Donauwörth: Auer.
Hopf, W. H. (1998). Die Problematik des Fernsehkonsums von Schülern in drei Schularten. Schulverwaltung BY, 2, S. 65-72.